Was kann ich tun?

Blütenreichtum und Strukturen schaffen!

Natur zulassen

Welche Kraft in den heimischen Pflanzen steckt, sieht man, wenn sie wachsen dürfen. So mancher Rasen birgt eine Pflanzenvielfalt in sich, wenn er mal auswachsen darf. Da entfalten sich die Blumen die als Blattrosetten überdauert haben und Samen, die schon lange im Boden schlummern wachsen heran. Und je mehr verschiedene heimische Gräser und Blumen wachsen, desto mehr Tier- und Insektenarten bevölkern die Fläche. Wenn dazwischen der Erdboden zu sehen ist, umso besser. Das brauchen viele Insekten zum Nisten. Allein bei den Wildbienen bauen zweidrittel der heimischen Arten ihre Nester im Boden.

Von großem Wert sind Bereiche, die nur einmal oder alle paar Jahre abgeräumt werden. In der Natur kommen solche Lebensräume entlang von Waldrändern, Hecken, Wegen und Gewässern vor, sie werden Säume genannt. In einem Saum wachsen viele verschiedene Blühpflanzen wie Disteln, Königskerzen, Karden mit dicken Stängeln. Auch sie dienen Insekten als Nester, gerade wenn sie nach dem Absterben länger stehen bleiben. In Kombination mit Altgrasbeständen bilden sie außerdem ideale Lebensräume für Vögel und Kleintiere. Oder wie wäre es mit einem Brennnesselbeet, sonnig gelegen und mehrere m² groß ist es ein Raupengarten für Schmetterlinge.

Strukturen belassen

Auch heimische Bäume und Sträucher bieten mehr Lebensraum, wenn sie wachsen und sich ausbreiten dürfen. Gemischte Wildstrauchhecken mit Wildobst und dem einen oder anderen Dornenstrauch bieten Vögeln Schutz und Nahrung. Laubbäume und Ostbäume mit großen Kronen werden von den verschiedensten Tierarten bewohnt, vom kleinsten Käfer bis zur großen Eule. Besonders dann, wenn Totholz, hohle Astlöcher und morsche Stellen am Baum gibt. Totholz am Boden, seien es Asthaufen, Stämme oder Wurzelstöcke sind Lebensraum. Genau wie Steinschlichtungen, Trockensteinmauern, Laub -, Erd- und Sandhaufen.

All diese Elemente besitzen zudem großen gestalterischen Wert und entwickeln im Auge des Betrachters eine besondere Ästhetik mit Mehrwert für die Artenvielfalt.

Anleitung zur Umsetzung und viele gute Beispiele bietet die Broschüre Insekten-Soforthilfe vom Naturschutzbund Österreich.

Sehenswerte Videos zum Zusammenhang zwischen Artenvielfalt und Wiesen bei der Naturparkschule Nagelfluhkette.

Säen und Pflanzen

Will man gezielt naturnahe Flächen wie Blumenwiesen, Blumenschotterrasen, Säume und Wildstrauchhecken anlegen, empfiehlt es sich, genaue Informationen zu passendem Saat- und Pflanzgut einzuholen. Dazu ist es notwendig die Bodenverhältnisse des Standorts zu ermitteln. Ist der Boden eher sandig, schottrig, erdig-humos oder lehmig? Feucht, frisch oder trocken? Was wächst jetzt drauf? Breiten sich "Problempflanzen", wie Ampfer, Quecke, Ackerkratzdistel oder Weißklee aus, die später die Ansaat überwuchern könnten? Ist die Fläche schattig oder sonnig gelegen? Denn je nach Verhältnissen, muss der Boden entsprechend vorbereitet werden.

Wenn es sich um eine Neuanlage im Zuge von Baumaßnahmen handelt, dann sollte möglichst der Rohboden ohne Humus belassen werden. Das ist ein guter Start für eine naturnahe Anlage mit heimischen Wildpflanzen, denn die meisten bevorzugen magere Böden. Oder man stellt den mageren Boden her, indem man den Humus 20 bis 30 cm tief abzieht und die Fläche mit Kies oder schottrigem Material verfüllt. Im folgenden haben wir Anleitungen, Broschüren und Links zusammengestellt, für Blütenreichtum auf allen Flächen und in allen Lebenslagen. Wenn Sie Fragen haben, nutzen Sie unser Kontaktformular!

Praktische Anleitungen - Tipps - weiterführende Links!

Garten, Balkon, Terrasse

Öffentliches Bunt

Im Rahmen des Programmes "natürlich, bunt & artenreich" für Vorarlberger und Liechtensteiner Gemeinden ist eine umfangreicher Wissenspool entstanden

Naturnahe Betriebsareale

Biodiversitätsdach

Dächer können nicht nur begrünt sein, sondern zu Biodiversitätsdächern werden. Auch PV-Anlagen sind kein Hindernis für Artenreichtum.